Ukraine organisiert die EM-Ausrichtung neu
Regierung übernimmt die Vorbereitung
Die ukrainische Regierung hat wegen der schleppenden Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 die zuständige Agentur aufgelöst und die Organisation selbst übernommen. Das teilte Vize-Regierungschef Iwan Wasjunik laut der Agentur Interfax mit. Damit reagiere Kiew auf Kritik der UEFA am Stand der Vorbereitungen für die EURO 2012, die die Ukraine zusammen mit Polen austragen will. Die Agentur sei unabhängig von ihrer Führung nicht in der Lage gewesen, das Ereignis zu organisieren. Er werde selbst einen neuen Koordinierungsausschuss der Regierung mit 50 Experten leiten, gab Wasjunik bekannt. Die Koordinatoren seien zuständig für einzelne Fragen wie Infrastruktur, Sportkomplexe sowie rechtliche, finanzielle und wirtschaftliche Fragen der Europameisterschaft, sagte der Vize- Regierungschef weiter. Die nun aufgelöste Agentur hatte Anfang 2008 ihre Arbeit begonnen. Im Oktober hatte die Ukraine trotz Finanzkrise und innenpolitischer Probleme bekanntgegeben, an der Co-Ausrichtung der EURO festzuhalten. Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte der Ukraine wegen der langsamen Vorbereitung bereits mit dem Entzug des Austragungsrechts gedroht. Der polnische Sportminister Miroslaw Drzewiecki reagierte gelassen auf die Auflösung der ukrainischen EM-Agentur. Er freue sich über die Entscheidung, weil dadurch die Ordnung bei den Vorbereitungen hergestellt werde. Laut Drzewiecki hatte die Agentur bereits seit Monaten nicht mehr gearbeitet. Die Aufsicht über das EM-Projekt habe schon früher die Regierung übernommen, meinte Drzewiecki. Der Chef der polnischen Organisation-Gesellschaft PL.2012, Marcin Herra, bezeichnete die Maßnahme beim Partnerland als rational. Er hoffe, dass sich dadurch die Vorbereitungen in der Ukraine verbesserten.