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Man gönnt sich ja sonst nichts ... ; Neu ukrainische Regierungskoalition gebildet ; Neue ukrainische Bussgeldverordnung ; Kiew steht vor Strom- und Heizungssperre ; Schwein mit Kruste? - !
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Der ultimative Stadtführer, Leseprobe

Sonntag, 30.11.2008, 08:59pm (GMT+3)

Leseproben aus: City Guide Kiew

Alltag in Kiew:

Es kann nun nicht behauptet werden, dass das alltägliche Leben in Kiew langweilig, oder nicht abwechslungsreich ist. Das fängt schon in den angemieteten vier Wänden an. Der erste Hinweis, vielleicht haben Sie ihn gar nicht registriert, ist der 6 lt. Kanister mit Wasser auf der Toilette. Zu Hause stolpern Sie am Morgen verschlafen ins Bad und drehen den Wasserhahn auf. In Kiew machen Sie das auch, doch es passiert nichts, es kommt kein Wasser, und jetzt wissen Sie warum auf der Toilette der Kanister steht. (...)

(...) Wenn Sie Pech hatten, ist Ihnen schon am ersten Abend in Ihrem neuen Heim die erste Glühbirne durchgebrannt. Die Frequenzschwankungen im Stromnetz verkürzen die Lebensdauer der Birnen schon sehr drastisch. Als Ersatz werden Energiesparbirnen empfohlen, denn die halten die Schwankungen besser aus. Nach Ihrem Einzug, das gilt auch für die Bewohner eines angemieteten Apartments, sollte als erstes im nächsten Supermarkt Kerzen und Trinkwasser gekauft werden; wenn Sie Nichtraucher sind auch ein Feuerzeug. (...)

Das Lebensmittelgeschäft "Gastronom":

(...) Der Gastronom ist kein ukrainisches Restaurant, sondern nur ein grösserer Tante Emma - Laden und er funktioniert auch so: auch hier gibt es separate Theken für Milch- und Fleischprodukte, eine Süsswaren- eine Getränkeabteilung und einen Brotverkauf. Für jede Theke ist eine andere Verkäuferin zuständig, bei der man auch bezahlen muss. Die Einheimischen haben schon ihre eigene Einkaufstaktik entwickelt, um so schnell wie möglich von Theke zu Theke zu kommen. In einigen Gastronom - Läden gibt es schon eine Form der Selbstbedienung. Der Kunde nimmt das gewünschte Produkt selbst aus dem Regal, muss dann aber sofort zur entsprechenden Kasse. Sollte er jedoch mit seiner Konservendose  zu einem anderen Regal wechseln wollen, so kann es passieren, dass er des Diebstahls verdächtigt wird. Bei dieser Form des Einkaufs wird der Kunde auch noch richtig gefordert: die Supermarktregale abzulaufen ist einfach, hier muss er nämlich noch selbst herausfinden, welche Kasse zu seinem Produkt gehört.

Die Gastronomie in Kiew:

Nach 16 Jahren Unabhängigkeit hat die Ukraine das sowjetische Restaurantwesen zwar überwunden, doch gastronomisch gesehen ist das Land in einem Entwicklungsstadium stehen geblieben, das man, um es höflich auszudrücken, nicht als besonders hoch einstufen kann. Dabei kommt es nicht so sehr darauf an, welche Küche geboten wird, sondern es ist der mangelnde Service und die überhöhten Preise, die dafür ausschlaggebend sind. Die sowjetischen Zeiten, wo der Kellner den Gast in den staatlichen Restaurants als persönliche Beleidigung auffasste, wenn er nicht gleich bestochen wurde, und es ein Lotteriespiel war, ob man bedient wurde oder nicht, sind in der Ukraine vorbei. (...)

(...) So genannte Themen - Restaurants sind in Kiew sehr beliebt: meistens bei den Besitzern, die dann meinen höhere Preise verlangen zu können. Sie sollen ein internationales kulinarisches Flair verbreiten, und dass die angebotenen Gerichte kaum etwas mit dem Ursprungsland zu tun haben, spielt dabei kaum eine Rolle. Mit Stolz weisen viele Restaurants nun darauf hin, dass bei ihnen eine "Fusionsküche" angeboten wird. Dieser Trend, wie nicht anders zu erwarten aus den USA, ist nun zu einer modische Umschreibung für einen "Einheitsbrei" geworden, der eigentlich immer noch angeboten wird. (...)

Sex in the City - Kiew:

Kiew hat unbestritten den Ruf eine sexuell sehr freizügige Stadt zu sein, doch für den ausländischen Besucher, der kurze Zeit da ist, gilt das nur mit der Einschränkung ab 100 US-Dollar aufwärts. Die alleine an den Bars der Diskotheken oder Clubs sitzenden Frauen sind keine "Professionellen" sondern eher "Amateure": sie haben eine geregelte Arbeit und wollen in der Freizeit nur ihr niedriges Monatseinkommen aufbessern. (...)

 (...) Das Verhältnis zum Sex ist in der Ukraine schon anders als in den westeuropäischen Staaten, es ist wesentlich lockerer. Einen Einfluss der Katholischen Kirche hat es in der Sowjetunion nicht gegeben und die Orthodoxe Kirche hatte andere Probleme, als das sexuelle Verhalten ihrer Gläubigen. Zum traditionellen Werbungsritual um eine Frau gehörten immer kleine Geschenke, wie Parfum oder Blumen, und auch Einladungen in eine gutes Restaurant. Es war dann aber die Frau, die entschied, wann der Zeitpunkt für Sex gekommen war. (...)

(...) Bei allein sitzenden Frauen an einer Bar kann immer davon ausgegangen werden, dass es sich um einen "Amateur" handelt, die neben dem Spass auch noch etwas verdienen möchte. Die jungen Frauen in Kiew gehen mit einer Clique in die Diskothek, oder mit einer Freundin. (...)



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