Concierge des Hyatt verhaftet.
Sonntag, 30.11.2008, 11:09pm (GMT+3)
Ein Concierge des Hyatt in Kiew verhaftet Dem 21jährige Concierge des Hotels wird vorgeworfen, dass er Gästen geholfen habe Prostituierte zu finden. Dabei habe er wohl zu eng mit vier Frauen zusammengearbeitet, die ihn an ihrem Stundensatz von 500 US-$ mit 100 US-$ beteiligt haben sollen. Der Verhaftete soll sich nach Angaben des Innenministeriums sehr kooperativ verhalten und seine Beteiligung zugegeben haben. Nach seinen Angaben waren die Vorgesetzten seiner Abteilung über sein "Vermittlungsgeschäft" informiert. Die Frage stellt sich wie hoch der Anteil der Vorgesetzten gewesen war, denn es ist anzunehmen, dass der Verhaftete hatte teilen müssen. In seiner Position als Concierge ist das "Vermittlungsgeschäft" sicherlich nicht aufgefallen. Die Gäste rufen an, lassen sich Restaurants oder Nachtclubs empfehlen und auch Theater- oder Konzertkarten besorgen. Und wie auch in allen grösseren Hotels in Westeuropa kommt immer eine Frage von den männlichen Gästen nach den entsprechenden Damen. In Westeuropa werden solche Anfragen diskret erledigt und es fällt nicht weiter auf.
Offiziell ist die Prostitution in der Ukraine verboten, wie es eigentlich auch schon in der Sowjetzeit war. Doch "Liebesdienste" für den Sieg des Sozialismus im Auftrag des KGB bei westlichen Geschäftsleuten zählte natürlich nicht dazu. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Schliessung vieler Betriebe, entwickelte sich eine, aber kaum organisierte Form der Prostitution in den neuen unabhängigen Ländern, also auch in Kiew. Im Gegensatz zu Deutschland gab es den klassischen Zuhälter nicht, doch das scheint sich wohl geändert zu haben, zumindest bei den "professionellen Damen", weniger bei den "Amateuren", die nur gelegentlich ihre Dienste anbieten.
Überraschend an dieser kleinen Meldung, die von Ukrainian News verbreitet wurde, ist die Tatsache, dass die Polizei einschritt und den jungen Concierge verhaftete. Von irgendjemand müssen sie wohl einen Tipp erhalten haben und die Frage ist von wem? In anderen Hotels kassieren die Portiers oder der Sicherheitsdienst bei den Damen ab, schon wenn sie das Hotel betreten. Das hat schon dazu geführt, dass weibliche Geschäftsreisende, die im Hotel wohnten, entsprechend angesprochen worden sind. Waren es nun die Portiers, die sich übergangen fühlten, oder waren es andere Damen, die nicht so bevorzugt worden waren, die die Polizei informiert hatten? Dass die Polizisten sich nicht bestechen liessen, lag wohl daran, dass es Beamte waren, die zu einer Abteilung gehörten, die nur Fälle von Menschenhandel bearbeiten und keine Polizisten aus der Nachbarschaft..
Diese kleine Meldung lässt leider einige Fragen offen. Auch eine Stellungnahme des Hotels liegt nicht vor, da das Verfahren ja noch nicht abgeschlossen ist.
Weitere generelle Informationen zu diesem Thema finden Sie auch im City-Guide Kiew, in dem Kapitel "Sex and the city - Kiew".
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